100 Jahre Weltbühne

Vor 100 Jahren, am 4. April 1918, erschien die Zeitschrift „Die Weltbühne“ erstmals unter diesem Titel. Erich Kästner wird ab 1926 zahlreiche Gedichte dort erstmals veröffentlichen. Die Details liefert Zonneveld in seiner Bibliographie, wobei nebenstehender Erstabdruck von Kästners „Die Jugend hat das Wort“ evtl. eine Neuentdeckung ist. (KORREKTUR: Natürlich hat Zonneveld auch dieses Gedicht unter der bibliographischen Kennzahl 8-1103 bereits erfasst; inklusive des Abdrucks in der Weltbühne.) 1978 ist die komplette „Weltbühne“ in den Ausgaben bis 1933 nachgedruckt worden und zwischen findet man alle Ausgaben auch online. Die ZEIT (12/2018) berichtete in der vergangenen Woche ausführlich. Es gibt also wieder viel zum Schmökern!

„Fabian“ beim Lübeck-Musikfest

Am 28.07.2018 um 16 Uhr findet in im Katharineum eine Lesung aus Kästners „Fabian“ mit musikalischer Umrahmung statt:
Daniel Hope – Violine und Lesung
Josephine Knight – Violoncello
Sebastian Knauer – Klavier

Veranstaltung K96 – 25€ – Freie Platzwahl

VVK ab 12.3.18. TEL 0431 – 237070 oder bestellung@shmf.de

Weitere Informationen auf der Seite des Veranstalters.

Wieder erschienen: Das Blaue Buch. Geheimes Kriegstagebuch 1941-1945

Am 9. Februar erschien im Atrium Verlag Erich Kästners im Krieg geführtes Tagebuch, genannt „Das Blaue Buch“. Herausgegeben von Sven Hanuschek in Zusammenarbeit mit Ulrich von Bülow und Silke Becker liegt nun eine ausführlich kommentierte Ausgabe des geheimen Büchleins vor, das Kästner sorgsam getarnt im Bücherschrank verwahrte. In nur mühevoll entzifferbarer Kurzschrift notierte Kästner seine Beobachtungen der nationalsozialistischen Diktatur, die ihm als Gedankenstütze für den großen Roman über das „Dritte Reich“ dienen sollte. Diesen Roman hat Kästner bekanntlich nach 1945 jedoch nie verfasst. Sein geheimes Kriegstagebuch eröffnet jedoch ein Blick in das totalitäre NS-Regime aus der Sicht eines verbotenen Schriftstellers.

Im ZDF-Kulturmagazin „Aspekte“ wird „Das Blaue Buch“ vorgestellt.

Eine weitere Rezension lesen Sie im Tagesspiegel.

Auch im Deutschlandfunk Kultur wird „Das Blaue Buch“ von Bettina Baltschev und von Anna Kohlick besprochen.

Film-Tipp: Kästner und der kleine Dienstag

ARD-Film: Kästner und der kleine Dienstag

Wusstet ihr schon: Kästner und der Kleine Dienstag, Fernsehfilm von Dorothee Schön, Donnerstag, 21. Dezember 20.15 Uhr ARD. Siehe auch:

Trailer bei Youtube: Hier

Zum Bericht aus Recklinghausen: Hier

Eine Rezension der Wochenzeitung Die Zeit: Hier

Ein Interview mit dem Darsteller Florian David Fitz im Deutschlandfunk Kultur: Hier

Und die DVD gibt es ab 22. Dezember 2017: Hier

Nähere Info dazu:

Urauführung: 34. Filmfest München 2016; 26. Juni 2016, Gloria Palast, 16.00 Uhr

Weitere Festivalaufführungen:

34. Filmfest München 2016; 28. Juni 2016, City 2, 09.30 Uhr

10. Fünf Seen Filmfestival, 29. und 30. Juli, 3. August 2016

7. Portland German Film Festival, 23. September 2016

Film Festival Cologne, Oktober 2016

38. Biberacher Filmfestspiele, November 2016

27. Kinofest Lünen, 12. November 2016

8. Kirchliches Filmfestival Recklinghausen, 16. März 2017

Herzliche Grüße

Johan

Fünf.Zwei.Vier.Neun.

Fünf.Zwei.Vier.Neun.

Dies ist der Titel einer neuen Zeitschrift, die sich mit der Literatur der Weimarer Republik beschäftigt. Ihr ungewöhnlicher Titel bezieht sich auf die 5249 Tage, die die Weimarer Republik bestand hatte. Ich habe es nicht nachgerechnet.
Die Ausgabe 0 beschäftigt sich mit den Wirtschaftskrisen. Eindrucksvoll und ergreifend schildert Harry Graf Kessler die Not Berliner Kinder in den Nachkriegsjahren. Sein Vortrag aus dem Dezember 1920 wird ebenso dokumentiert wie die Reaktionen auf seine Initiative zur Hilfeleistung. Auch die Auswirkungen der Inflation 1923 werden in Quellen dokumentiert.
Schwerpunkt des Heftes sind allerdings die Folgen der Weltwirtschaftskrise 1929. Aufhänger ist das Erscheinen von Hans Falladas Roman Kleiner Mann was nun? im Jahr 1932. Der Herausgeber des Heftes Jörg Mielczarek geht der Frage nach, warum dieser Roman den Nerv der Zeit traf und führt Rezensionen von Carl Zuckmayer, Hermann Hesse, Thomas Mann und anderen an.
Hier liegt die Stärke des vorliegenden Heftes: Die zahlreichen Dokumente ermöglichen ein Eintauchen in die Rezeptionsgeschichte des Werkes und die dramatische Situation zu Beginn der 1930er Jahre in Deutschland.
Ergänzt wir die Zusammenstellung u.a. von einem Literaturkalender, in dem auch unser Patron Erich Kästner zweimal auftaucht: Am 17. Oktober 1931 beschlagnahmt die Wiener Polizei in einer Buchhandlung alle Gedichtbände von Erich Kästner weil man im Schaufenster das Gedicht Patriotisches Bettgespräch lesen konnte. Dies erfülle den Tatbestand der Beleidigung und der Unzucht. Am 6. November 1932 wird in der Literarischen Umschau der Vossischen Zeitung Erich Kästners neues Kinderbuch Der 35. Mai begeistert besprochen.
Näheres zur Zeitschrift hier.
Einige Reaktionen und Hintergrundinformationen habe ich ebenfalls gefunden.