100 Jahre Kästner in Leipzig

Leipzig ist nach Dresden die zweite der vier großen Stationen in Erich Kästners Leben, Berlin und München werden folgen. Vor 100 Jahren nimmt Kästner, mit dem „Goldenen Stipendium“ seiner Heimatstadt Dresden ausgestattet, sein Studium der Germanistik, Geschichte, Philosophie, Theaterwissenschaften und Zeitungskunde in Leipzig auf. In einem Interview mit dem Leipziger Universitätsmagazin klärt der Kästner-Kenner und Wissenschaftliche Mitarbeiter Sebastian Schmideler über Kästners Studienjahren und den Einfluss seiner Alma Mater auf.

Ein Tag mit Erich Kästner

Wer den Feiertag am 1. Mai gern mit Erich Kästner auf dem Sofa verbringen möchte, hat großes Glück. ZDFneo zeigt ab 10:25 Uhr Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen, Pünktchen und Anton, Emil und die Detektive sowie Das fliegende Klassenzimmer.

Neues – Altes von Walter Trier

Antje Warthorst hat eine spannende Flugschrift von Walter Trier aus dem Jahr 1942 herausgegeben. Und aktueller kann die Herausgabe eines 80 Jahre alten Dokumentes kaum sein. Der Krieg Putins in der Ukraine und dessen Begründung als antifaschistische Maßnahme zur Entnazifizierung der Ukraine lassen Walter Triers Zeichnungen beklemmend aktuell werden. Man müsste Trier nur ein paar Gesichter aktualisieren lassen.

Für den Sammler sind die Hintergrundinformationen des einleitenden Vorworts von Max Czollek und des Nachwortes von Antje M. Warthorst, der bekannten Trier-Biographin, von großem Interesse. So zeigt sie uns Abbildungen nicht nur der englischen Ausgabe dieser Flugschrift, sondern weist auch eine niederländische und eine portugiesische Ausgabe nach.

Sensationell und berührend ist zudem der Abdruck einer Postkarte von Walter Trier an Walter Georg Kühne vom 18.7.1945, in der Trier über das Schicksal seiner Familie im Konzentrationslager Theresienstadt berichtet.

Vielen Dank für dieses spannende Bändchen. Gerne mehr davon!

 

PS. Den neuen Fabian-Film gibt es jetzt auf DVD. 

Nachtrag: Eine Rezension von Martin Knepper findet sich in der aktuellen Ausgabe des Magazins Konkret (Ausgabe 3/2022) in der Rubrik Buch des Monats. Und auch SPIEGEL-online empfiehlt das Buch, allerdings hinter der Bezahlschranke. Guter Journalismus hat eben seinen Preis! Und auch auf der mit Facebook verlinkten Seite walter-trier.org gibt es viel Interessantes. 

Was es bedeutet, Kind zu sein

Eigentlich hätte ich schon längst darauf kommen können, dass der Dresdner Geschichtsverein auch für unsere Gesellschaft Interessantes bereithält. Und so bin ich beim Stöbern auf das aktuelle Heft gestoßen: Was es bedeutet, Kind zu sein. Kindheit und Jugend in Dresden. Bei diesem Titel erwarten die Kästner-Leser natürlich etwas über Als ich ein kleiner Junge war. Und wir werden nicht enttäuscht. Sven Hanuschek eröffnet das Heft mit dem Beitrag Zwischen Utopie und Wüste. Erich Kästners Erinnerungen „Als ich ein kleiner Junge war“.

Weitere Beiträge beschäftigen sich mit dem reformpädagogischen Ansatz der Dürerschule am Georgplatz oder den Auswirkungen der Coronapandemie auf Kinder.

Mehr zum Inhalt hier.

Insgesamt ist dies ein sehr interessantes Heft, doch den Kästner-Puristen stört natürlich das fehlerhafte Eingangszitat: Nur wer erwachsen wird und [ein] Kind bleibt, ist ein Mensch!

Es ist unglaublich, wo das tausendfach verwendete Zitat aus der Ansprache zum Schulbeginn überall falsch wiedergegeben wird. Hier zwei Highlights:

Universität Heidelberg

Titel einer wissenschaftlichen Arbeit

 

 

Erich Kästner Studien Band 6 erschienen

Erinnert ihr euch an die Münchner Tagung, die von Sven Hanuschek und Gideon Stiening „vom 22. bis 24. Februar 2019 an der Ludwig-Maximilian-Universität in Zusammenarbeit mit dem Lyrik Kabinett und dem Förderverein Erich Kästner Forschung e.V. ausgerichtet wurde“? Wir erinnern uns noch sehr gut, denn für uns waren es zwei aufeinanderfolgende Wochenenden in München: Die drei Männer im Schnee als Operette und die Tagung „Politik und Moral – Die Entwicklungen des politischen Denkens im Werk Erich Kästners“. Jetzt ist bei De Gruyter der Tagungsband erschienen, der die Vorträge versammelt. Ich habe bislang nur durchgeblättert und bin zunächst bei Erich Kästner und der internationale Berlin-Film-Komplex von Julian Preece hängen geblieben. An seinen Vortrag und sein engagiertes Statement gegen den Brexit erinnere ich mich noch sehr gut. Auch auf den Beitrag von Laura Schütz „Es gibt da eine Sorte junge Damen“ – Frauenbilder in Kästners Lyrik um 1930 als Kontrapunkt zu den Weiblichkeitsentwürfen der Zeit freue ich mich. Schon beim Lesen der Einführung kommt die Erinnerung an einige interessante Gedanken wieder, die ich mir während der Vorträge notiert hatte und denen ich nun anhand der vorliegenden Beiträge nachgehen kann. Schöne Aussichten für die Weihnachtstage und ein Appetithappen für die nächste Tagung im Februar 2022.

„Streichhölzer, kaufen Sie Streichhölzer, meine Herrschaften“

„Streichhölzer, kaufen Sie Streichhölzer, meine Herrschaften“

Dieses Sätzchen, so schreibt Frau Kempen aus Hürtgenwald, lade sie seit 1999 immer wieder ein, Streichholzschachteln mit Erich Kästner-Bildchen zu bekleben. Eine kleine Auswahl hat sie uns nun, verpackt in einer großen Streichholzschachtel, überlassen. Die Schachteln sind mit Buchumschlägen Kästners beklebt und in den Schachteln befinden sich, neben den Streichhölzern, kleine Ausschnitte mit Informationen zum Werk und zum Autor.

Vielen Dank für tolle Idee und diese liebevolle Umsetzung.

Nachtrag: Johan machte mich darauf aufmerksam, dass 1999, anläslich der Erich Kästner Ausstellung im Münchener Stadtmuseum 6 Streichholzschachteln mit verschienenen Kästner Motiven erschienen sind.

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