Veranstaltungshinweise

Veranstaltungshinweise im Kästnerjahr

Am Mittwoch, 19. Juni 2024 gratuliert der Fontane-Kreis Leipzig Erich Kästner zum 125. Geburtstag:

„Othello und die Droschkenkutscher“ – Gedichte, Glossen und Satiren aus Kästners Leipziger Zeit

 Lesung mit Michael Raschle

 Erich Kästner, der Fontane liebte und bewunderte, kam 1919 nach Leipzig, um an der Alma Mater Germanistik zu studieren und blieb hier bis 1927. Schon während des Studiums auf der Suche nach Verdienstmöglichkeiten und später als Redakteur schrieb er Gedichte, Erzählungen, Glossen, Aphorismen, Buchrezensionen und Theaterkritiken für das Leipziger Tageblatt, die Neue Leipziger Zeitung und Der Drache. Eine Auswahl dieser Texte mit speziellem Leipziger Bezug liest der Sänger und Schauspieler Michael Raschle.

Beginn: 18.00 Uhr

Leipziger Stadtbibliothek, Veranstaltungsraum „Huldreich Groß“, 4. OG

Wilhelm-Leuschner-Platz 11/12

04107 Leipzig

 

Am Sonnabend, 27. Juli 2024 auf Deutschlandfunk Kultur von 0.05 bis 3 Uhr: Lange Nacht

„Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“
Eine Lange Nacht über Erich Kästner
Von Christian Blees
Regie: Friederike Wigger

Erich Kästner (1899-1974) begann schon zu Studienzeiten als Journalist und Theaterkritiker zu schreiben. Seine produktivste und auch erfolgreichste Phase hatte der in kleinbürgerlichen Verhältnissen aufgewachsene Autor in der Weimarer Republik: Mit „Emil und die Detektive“, „Pünktchen und Anton“ und „Das fliegende Klassenzimmer“ erschienen in den Jahren 1929 bis 1933 seine bis heute bekannten Kinderbücher. 1931 veröffentlichte er mit „Fabian“ einen autobiografisch inspirierten Großstadtroman, der von den Nationalsozialisten 1933 bei der Bücherverbrennung mit der Begründung ins Feuer geworfen wurde, dass es sich um Pornografie handele. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat Kästner, schon in seinen Gedichten nach dem Ersten Weltkrieg ein engagierter Moralist, als scharfer Kritiker aktueller politischer Entwicklungen auf und engagierte sich für Frieden und Völkerverständigung. Pünktlich zum 50. Todestag Kästners am 29. Juli würdigt die Lange Nacht Leben und Werk eines Mannes, der bis heute als einer der bedeutendsten Autoren und Intellektuellen seiner Generation gilt.

… wer dann noch mag, kann ab 5 Uhr etwas über Tucholsky hören.

 

Ausblick: 

12.–29. September 2024 Garage, Wetzikon ZH

Das große Kästner Festival in der Schweiz steht nun, der Vorverkauf ist gestartet und es werden natürlich auch auf einige „Fans“ aus Deutschland erwartet! Mit Gästen wie Sven Hanuschek, Christian Dieterle oder auch dem Slam Poetry sowie Theaterabenden wird einiges geboten. Zum Programm geht es hier.

 

Bitte vormerken:

Fabian Beer und Nadja Bielstein laden im Dezember zu einem Seminar unter dem Titel „„Es gibt chronische Aktualitäten“ – Erkundungen des Spannungsfeldes zwischen Literatur und Gesellschaft von und mit Erich Kästner“ ein. Details auf der Homepage hier.

 

 

Die Preisträger

Erich Kästner Förderpreis 2024

Das große Kästner-Jubiläumsjahr trug auch an den Schulen zu einer besonders vielfältigen und kreativen Auseinandersetzung mit dem Autor und seinem Werk bei. Und so freuen wir uns über zahlreiche Bewerbungen um den Erich Kästner Förderpreis 2024!

Die Vielzahl und Vielfalt der Beiträge haben die Jury vor eine große Herausforderung gestellt, doch nach einiger Diskussion stehen die diesjährigen Gewinner fest:

Den ersten Platz teilen sich das Erich Kästner Gymnasium in Eislingen und die Erich Kästner Schule Wegberg. Beide Schulen bewarben sich mit klassenübergreifenden Projekten.

In Eislingen entstanden fantasievolle und beeindruckende Kästner-Zeichnungen in den Oberstufen-Kunstkursen. Die Klasse 7a bewies viel Kreativität bei der Auseinandersetzung mit dem Gedicht „Die Entwicklung der Menschheit“, das u.a. mit Bildern unterlegt, als Rap interpretiert und in Jugendsprache umgedichtet wurde. Besonders angetan war die Jury auch von den originellen Arbeiten der Klasse 5d, die mit Legosteinen und -figuren Storyboards zu einer Filmszene aus „Emil und die Detektive“ gestaltete.

In Wegberg hat es bereits Tradition, dass sich rund um Kästners Geburtstag alle Klassenstufen mit Projekten zum Namenspatron ihrer Schule beschäftigen. Uns erreichte ein umfangreiches Text- und Bildmaterial, das die Arbeit der Viertklässler dokumentiert: selbst gestaltete Plakate zum Film „Das fliegende Klassenzimmer“ (4a und 4c), mündliche Buchvorstellungen (4d), schriftliche Berichte über die Projekttage, Zeichnungen und Verkleidungen (4b).

Den zweiten Platz teilen sich in diesem Jahr drei Schulen:

Die Klasse 3b des Förderzentrums Erich Kästner in Aue gestaltete – inspiriert von Kästners Buch „Die Konferenz der Tiere“ und seiner so aktuellen Botschaft – ein Album aus gemalten Bildern, Schattenbildern und Scherenschnitten zum Thema Kinderrechte.

Die Klasse 4a der 77. Grundschule in Dresden baute nach der gemeinsamen Lektüre von „Emil und die Detektive“ eine große Litfaßsäule, die – bestückt mit Informationen zu Autor und Werk – fortan das Angebot der Schulbibliothek bereichert.

Der Kurs „Darstellen und Gestalten“ (Jg. 7) der Erich Kästner Gesamtschule Duisburg-Homberg überzeugte die Jury mit einer kunstvollen Bühnenperformance, bei der verschiedene Kästner-Buchcover in Standbilder umgesetzt wurden.

Über einen dritten Platz dürfen sich Xenia Sonnemann von der Erich Kästner Gesamtschule Bochum und Phillip Wiertz von der Städtischen Gesamtschule Eschweiler Waldschule freuen.

Xenia (Jg. 11) setzte sich im Rahmen eines Projekts ihres Philosophiekurses lyrisch mit der Thematik nationalsozialistischer Zensurpraktiken auseinander. Mit ihrem selbst verfassten Gedicht „Ewiges Brandmal“ würdigt sie den Mut Erich Kästners, der bekanntlich der Bücherverbrennung in Berlin als Augenzeuge beiwohnte.

Phillip (Jg. 12) widmete sich in einer bilderbuchartigen Arbeitsmappe und einem kurzen Animationsfilm mit selbstgestalteten Zeichnungen Kästners militärischer Ausbildung. Die Jury erkennt vor allem Phillips intensive Recherchearbeit und die aufwändige Gestaltung seines Beitrags an.

Darüber hinaus spricht die Erich Kästner Gesellschaft ihre Anerkennung auch den nachfolgenden Beiträgen aus:

Franziska Posch (Gymnasium Rutesheim, Jgst. 7) für ihre Präsentation „Erich Kästner – Welche Bedeutung hat er für uns heute?“

Jasmina Plum (Waldschule Eschweiler, Jgst. Q1) für ihre Projektarbeit „Erich Kästners Frauengeschichten“

Mila Ruske (Waldschule Eschweiler, Jgst. Q1) für ihre Projektarbeit „Das Blaue Buch – Geheimes Kriegstagebuch 1941–1945“

Joe Haas und Jeremy Zubrowicz (Erich Kästner Grundschule Schwedt, Jgst. 6) für ihren Kurzfilm „Erich Kästner“

Erich Kästner-Schule Langen (Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung) für ihr „Kästner-Daumenabdruck-Gemeinschaftsbild“

Alle Einsenderinnen und Einsender werden in den nächsten Tagen Post von der Erich Kästner Gesellschaft bekommen.

Auch im kommenden Jahr wird es wieder einen Erich Kästner Förderpreis geben. Alle Schulen, die in diesem Jahr noch zu Kästner arbeiten, sind herzlich eingeladen, ihre Beiträge bis zum 31.3.2025 einzureichen.