Die Preisträger

Erich Kästner Förderpreis 2024

Das große Kästner-Jubiläumsjahr trug auch an den Schulen zu einer besonders vielfältigen und kreativen Auseinandersetzung mit dem Autor und seinem Werk bei. Und so freuen wir uns über zahlreiche Bewerbungen um den Erich Kästner Förderpreis 2024!

Die Vielzahl und Vielfalt der Beiträge haben die Jury vor eine große Herausforderung gestellt, doch nach einiger Diskussion stehen die diesjährigen Gewinner fest:

Den ersten Platz teilen sich das Erich Kästner Gymnasium in Eislingen und die Erich Kästner Schule Wegberg. Beide Schulen bewarben sich mit klassenübergreifenden Projekten.

In Eislingen entstanden fantasievolle und beeindruckende Kästner-Zeichnungen in den Oberstufen-Kunstkursen. Die Klasse 7a bewies viel Kreativität bei der Auseinandersetzung mit dem Gedicht „Die Entwicklung der Menschheit“, das u.a. mit Bildern unterlegt, als Rap interpretiert und in Jugendsprache umgedichtet wurde. Besonders angetan war die Jury auch von den originellen Arbeiten der Klasse 5d, die mit Legosteinen und -figuren Storyboards zu einer Filmszene aus „Emil und die Detektive“ gestaltete.

In Wegberg hat es bereits Tradition, dass sich rund um Kästners Geburtstag alle Klassenstufen mit Projekten zum Namenspatron ihrer Schule beschäftigen. Uns erreichte ein umfangreiches Text- und Bildmaterial, das die Arbeit der Viertklässler dokumentiert: selbst gestaltete Plakate zum Film „Das fliegende Klassenzimmer“ (4a und 4c), mündliche Buchvorstellungen (4d), schriftliche Berichte über die Projekttage, Zeichnungen und Verkleidungen (4b).

Den zweiten Platz teilen sich in diesem Jahr drei Schulen:

Die Klasse 3b des Förderzentrums Erich Kästner in Aue gestaltete – inspiriert von Kästners Buch „Die Konferenz der Tiere“ und seiner so aktuellen Botschaft – ein Album aus gemalten Bildern, Schattenbildern und Scherenschnitten zum Thema Kinderrechte.

Die Klasse 4a der 77. Grundschule in Dresden baute nach der gemeinsamen Lektüre von „Emil und die Detektive“ eine große Litfaßsäule, die – bestückt mit Informationen zu Autor und Werk – fortan das Angebot der Schulbibliothek bereichert.

Der Kurs „Darstellen und Gestalten“ (Jg. 7) der Erich Kästner Gesamtschule Duisburg-Homberg überzeugte die Jury mit einer kunstvollen Bühnenperformance, bei der verschiedene Kästner-Buchcover in Standbilder umgesetzt wurden.

Über einen dritten Platz dürfen sich Xenia Sonnemann von der Erich Kästner Gesamtschule Bochum und Phillip Wiertz von der Städtischen Gesamtschule Eschweiler Waldschule freuen.

Xenia (Jg. 11) setzte sich im Rahmen eines Projekts ihres Philosophiekurses lyrisch mit der Thematik nationalsozialistischer Zensurpraktiken auseinander. Mit ihrem selbst verfassten Gedicht „Ewiges Brandmal“ würdigt sie den Mut Erich Kästners, der bekanntlich der Bücherverbrennung in Berlin als Augenzeuge beiwohnte.

Phillip (Jg. 12) widmete sich in einer bilderbuchartigen Arbeitsmappe und einem kurzen Animationsfilm mit selbstgestalteten Zeichnungen Kästners militärischer Ausbildung. Die Jury erkennt vor allem Phillips intensive Recherchearbeit und die aufwändige Gestaltung seines Beitrags an.

Darüber hinaus spricht die Erich Kästner Gesellschaft ihre Anerkennung auch den nachfolgenden Beiträgen aus:

Franziska Posch (Gymnasium Rutesheim, Jgst. 7) für ihre Präsentation „Erich Kästner – Welche Bedeutung hat er für uns heute?“

Jasmina Plum (Waldschule Eschweiler, Jgst. Q1) für ihre Projektarbeit „Erich Kästners Frauengeschichten“

Mila Ruske (Waldschule Eschweiler, Jgst. Q1) für ihre Projektarbeit „Das Blaue Buch – Geheimes Kriegstagebuch 1941–1945“

Joe Haas und Jeremy Zubrowicz (Erich Kästner Grundschule Schwedt, Jgst. 6) für ihren Kurzfilm „Erich Kästner“

Erich Kästner-Schule Langen (Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung) für ihr „Kästner-Daumenabdruck-Gemeinschaftsbild“

Alle Einsenderinnen und Einsender werden in den nächsten Tagen Post von der Erich Kästner Gesellschaft bekommen.

Auch im kommenden Jahr wird es wieder einen Erich Kästner Förderpreis geben. Alle Schulen, die in diesem Jahr noch zu Kästner arbeiten, sind herzlich eingeladen, ihre Beiträge bis zum 31.3.2025 einzureichen.

 

Neuigkeiten

In den vergangenen Tagen erreichte uns ein interessantes Programm anlässlich des 125. Geburtstags von Erich Kästner und seines 50. Todestages: Eine von Tanja Grossmann und Jürgen Otto aufwändig recherchierte und mit Espirit umgesetzte Kästner-Matinee.

Näheres dazu findet ihr hier. Bei youtube gibt es einen Trailer.

Auch bei Bares für Rares war Kästner unlängst Thema: Das erste Brettspiel zu Emil und die Detektive wurde dort angeboten. Der Artikel dazu ist hier nachzulesen.

 

Gruß aus München

Die ersten Mitglieder der Erich Kästner Gesellschaft sind schon in München angekommen und schicken dieses Foto vom Schaufenster der Buchhandlung Lentner. Hier wird Erich Kästners Geburtstag schon gebührend wahrgenommen.

Das ist für mich ein willkommener Anlass, auf drei weitere Neuerscheinungen hinzuweisen:

Remo Hug hat die Kästner Gedichte aus dem UHU gesammelt und unter dem Titel Lieschen Neumann will Karriere machen bei Atrium herausgegeben. Hier gibt es weiterführende Informationen inklusive Pressetext.

Ulrike Möltgen hat nach dem Märchen vom Glück nun Das Märchen von der Vernunft von Erich Kästner illustriert. Mehr dazu hier.

Und unter dem Titel Leben ist immer lebensgefährlich sind zahlreiche Zitate, Sprüche und Epigramme von Erich Kästner neu herausgegeben worden. Auch dazu hier weiterführende Informationen.

 

Erich Kästner Jahrbuch 11 erschienen

125. Geburtstag und 50. Todestag: Das Jahr 2024 gibt gleich doppelt Gelegenheit, sich mit Erich Kästner zu beschäftigen. Und das elfte Jahrbuch der Erich Kästner Gesellschaft bietet hierfür so viel Lesestoff wie nie zuvor – darunter auch zwei erstmals in Buchform erscheinende Kästner-Gedichte.

„Zum Geburtstag nicht wieder Geschenke!“

Die Beiträge widmen sich gesammelten Geburtstagsgeschenken und Kästners Beziehung zu einem „bezaubernden Fräulein“, sie untersuchen sein Schaffen unter den Aspekten Hören und Sehen, und sie kontrastieren zwei seiner Werke mit Texten von Friedrich Dürrenmatt und Clemens J. Setz. In einem Forschungsbericht werden außerdem die bisherigen bibliographischen Bemühungen um Kästner kritisch analysiert.

Im weiteren geht es um Spitznamen, Walter Benjamins Kritik an Kästners Lyrik und die Behauptung, Die Konferenz der Tiere sein ein Plagiat. Zu guter Letzt werden im umfangreichen Rezensionsteil die wichtigsten Neuerscheinungen besprochen, und zwar außer Büchern auch CDs, eine Neuverfilmung und sogar eine Oper.

Bestellen kann man das Buch u.a. hier. Mitglieder der Erich Kästner Gesellschaft bekommen das Jahrbuch im Rahmen ihrer Mitgliedschaft bei der Jahrestagung in der kommenden Woche in München oder im Anschluss an die Tagung per Post.

Außerdem möchte ich auf drei weitere Neuerscheinungen hinweisen:

Norbert Wollschläger: Wetterleuchten. Das Jahrzehnt der verspielten Freiheit. 

Die SZ berichtet hier darüber.

Tobias Roller: Der Goldhügel.

Volker Ladenthin: Erich Kästners Roman Fabian.

Ausführliche Rezensionen folgen im nächsten Jahrbuch.

In der aktuellen ZEIT schreibt Sven Hanuschek über Kästner und im Deutschlanfunk wird Christiane Raabe, Direktorin der ijb, zur anstehenden Geburtstagsfeier interviewt.

Erich Kästner Briefmarke zum 125. Geburtstag

Das Jubiläumsjahr hat begonnen. Erich Kästner-Freunde werden Ende Februar seinen 125. Geburtstag begehen. Die Deutsche Post hat den Anfang gemacht und am 1. Februar eine Briefmarke zu 85 Cents herausgebracht.

In lockerer Folge werden wir hier im Blog in den kommenden Wochen immer wieder auf Ereignisse, Neuerscheinungen und Veranstaltungen hinweisen.

Hier gibt es zum Beispiel das Programm der Tagung Kästners Humor in der Internationalen Jugendbibliothek in München und den Veranstaltungskalender des Erich Kästner Museums in Dresden.

Schade, dass ich keinen Doppelgänger habe und am 23.2. an beiden Orten sein kann.

 

Neues aus der Forschung

Rund um den 125. Geburtstag Kästners erscheinen neue Erträge der Forschung, auf die wir mit Spannung schauen. So erscheint im Oktober im Metzler-Verlag das „Kästner Handbuch“ in der renommierten Handbuch-Reihe. Der Literaturwissenschaftler Stefan Neuhaus (Koblenz) hat als Herausgeber ein beachtliches Spektrum der Kästner-Forschung abgebildet, zu dem auch Mitglieder unserer Gesellschaft beitragen durften:

„Erich Kästner (1899-1974) ist einer der international meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. Seine Lyrik, seine Romane für Erwachsene und vor allem seine Bücher für Kinder waren bereits in der Weimarer Republik berühmt und einflussreich, ebenso seine journalistischen wie kabarettistischen Arbeiten. Dennoch ist die Erforschung von Kästners Werk und Wirkung bisher überschaubar. Dieses Handbuch schafft durch eine umfassende Darstellung des Werks, seiner Kontexte sowie der Rezeption erstmals eine Grundlage für die weitere wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Weltautor.“

Bei Königshausen & Neumann widmet sich Andreas Nolte dem Gebrauch von Sprichwörtern und Redewendungen im Werk Erich Kästners:

„Diese Studie betrachtet das Werk von Erich Kästner (1899–1974) aus einem neuen Blickwinkel. Einerseits ist dieser eng gefasst, weil er sich auf die Betrachtung der lexikalisch belegbaren Sprichwörter und Redensarten beschränkt, gleichzeitig ist er aber weit ausgedehnt, da hier die Gesamtheit seiner veröffentlichten Schriften untersucht wird.
Auf den fast 7.000 Textseiten finden sich 590 Sprichwörter und 1.910 Redensarten, die Kästner nicht nur oft und überall eingesetzt hat, sondern vor allem klug und kreativ. Dies wird in der Studie in acht ausführlichen Kapiteln deutlich, wo Kästners bemerkenswerter Sprachgebrauch in seinen Gedichten, der Kinder- und Jugendliteratur, den Erwachsenenromanen, seinen Arbeiten für Theater, Film und Radio, den Tagebüchern und Briefen, sowie seiner umfangreichen Publizistik anhand vieler Textbeispiele aufgezeigt wird. Im Anschluss daran wird erstmals ein Register mit allen seinen Sprichwörtern und Redensarten vorgelegt. Insgesamt wird hier dann ein wichtiger Aspekt dessen erkennbar, was bisher oft eher vage als »Kästner-Ton« bezeichnet worden ist.
Deutlich werden in dieser Kästner-Studie nicht nur Leben und Werk eines der international erfolgreichsten deutschen Autoren, der mit sprachlicher Virtuosität und beeindruckender Produktivität in den verschiedensten Textarten und Medien tätig war, sondern ebenso seine Rolle als Chronist, der einen bedeutenden Teil des vorigen Jahrhunderts wirkungsvoll dokumentiert und kommentiert hat.“