Der bekannte Kästner-Interpret trat im Rahmen der wissenschaftlichen Tagung Erich Kästner zwischen 1933 und 1945 im Jella-Lepman-Saal der Internationalen Jugendbibliothek in München mit seinem aktuellen Programm So groß wie heute war die Zeit noch nie auf.

Im positivsten Sinne war sein Spielen und Singen hochprofessionell und dabei konnte man seine Begeisterung für Kästner deutlich spüren. Die variantenreiche Art des Vortrags und die teils mutige Zusammensetzung (um nicht zu sagen Komposition) von Fragmenten der Kästner’schen Texte zeugt von profunder Textkenntnis, empathischem Textverständnis und einem Erkennen von Kästners Werk und seiner Person in all seinen bzw. ihren Besonderheiten.

In einer Mail an die Verfasserin berichtet Kirchberg, dass ihn Kästner schon seit er überhaupt auf der Bühne stehe, begleite. „Immer wieder entdecke ich Neues, immer wieder bewegen mich andere Texte und inspirieren mich Gedichte. Diese zu vertonen und zu „meinen“ Liedern zu machen, ist für mich (m)eine Möglichkeit einer Annäherung.“

Die Ergebnisse dieser Annäherung sind nachzuhören auf Kirchbergs aktueller CD.

Sein Konzert war eine Bereicherung und kongeniale Ergänzung der Tagung, auf der durchaus kontrovers über Kästners Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus diskutiert wurde.

Caroline Nicolai