Erich Kästner Förderpreis 2021 geht nach Belgien

Fünf Schülerinnen und Schüler der Europäischen Schule Mol in Belgien haben den Erich Kästner Förderpreis 2021 gewonnen. Ali Ahmad, Elisa Vittoria Carta, Lydia Artemis Hurley, Stella Schaerf und Asmi Singh lernen mit ihrer Lehrerin Angela Hageneder und Erich Kästner die deutsche Sprache. Sie haben sich mit verschiedenen Arbeiten am Erich Kästner Förderpreis beteiligt. Ali schrieb einen Brief an Erich Kästner und eine fantasievolle Geschichte über ein Internat Sonnenfeld, die besonders Herrn Dr. Zonneveld sehr gut gefallen hat und zu einer kleinen Korrespondenz zwischen dem Vorsitzenden der Erich Kästner Gesellschaft und Ali führte. Darüberhinaus entstand eine szenische Bearbeitung vom Doppelten Lottchen, die die vier Schülerinnen geschrieben haben und zur Aufführung bringen werden. Gemeinsam stellten die fünf Schülerinnen und Schüler den Autor Erich Kästner auf einer Stellwand der Schulgemeinde vor.

Die Jury hat sich sehr über den Beitrag gefreut, denn er belegt, dass Erich Kästners Bücher nicht nur in deutschen Schulen gelesen werden, sondern mit Erich Kästner auch nach wie vor Deutsch als Fremdsprache gelernt wird.

Herzlichen Glückwunsch!

Erich Kästner Förderpreis – Einsendeschluss

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Kolleginnen und Kollegen,

das vergangene Schuljahr war ein besonderes. Wir alle haben viel neues ausprobiert: Distanzunterricht, Wechselunterricht, Präsenzunterricht. Und vielleicht ist euch Erich Kästner ja auch immer mal wieder begegnet. Wenn ihr interessante Projekte zu Kästner gemacht habt, dann ist das vielleicht etwas für den Erich Kästner Förderpreis.

Darum: Jetzt bewerben!

Der Einsendeschluss ist der 31.7.2021.

Wir freuen uns auf eure Beiträge und wünschen allen einen schönen Sommer.

 

Babylon Berlin und Erich Kästner

Wer die drei Staffeln der Serie Babylon Berlin anschaut, der wird in das Berlin der 1920er Jahre versetzt. Es sind die sogenannten Goldenen Zwanziger, die zweite Hälfte der Dekade, die Zeit, in der auch Erich Kästner in Berlin lebt und dieses Berlin erlebt. Mit Kriminalkommissar Gereon Rath taucht der Zuschauer ein in die Welt der Gauner und Ganoven, der Varietés und Bordelle, in die Welt der großen Politik und in die alltägliche Armut. Wir können uns Erich Kästner sehr gut vorstellen, wie er das Nachtleben aufsaugt, die kulturelle Vielfalt genießt und schreibt. Zahlreiche Gedichte und natürlich der Fabian spiegeln die Erfahrungswelt dieser Zeit in Berlin wider.

Und ganz kurz begegnet Kästner uns auch: In der 11. Folge der 3. Staffel, ab Minute 7:30 werfen wir einen Blick in das Jugendzimmer von Moritz. Dort liegt auf dem Schreibtisch, unter Hitlers Mein Kampf, eine Ausgabe von Kästners Emil und die Detektive. Da wir uns im Jahre 1929 befinden, müsste es sich um eine Erstausgabe handeln, doch ganz offensichtlich handelt es sich um eine spätere Auflage ohne Schutzumschlag und Leinenrücken. Das ist aus der Perspektive eines Requisiteurs möglicherweise verständlich, denn eine echte Erstausgabe vom Emil ist sehr schwer zu bekommen. Insofern ist diese Ungenauigkeit noch verzeihlich. Weitaus schwerwiegender ist da schon die Tatsache der fehlerhaften Datierung. Die Szene spielt eindeutig vor dem historisch belegbaren Tod von Gustav Stresemann am 3.10.1929 und seiner Beerdigung mit Staatsakt am 6.10.1929. Beide Ereignisse werden im weiteren Verlauf ausführlich thematisiert.

Emil und die Detektive erscheint aber erst am 15. Oktober 1929. Das Buch kann also auf keinen Fall schon wie selbstverständlich bei Moritz auf dem Schreibtisch liegen. Es handelt sich hier also um einen echten Filmfehler, der aber sicher nur einigen wenigen Kästnerianern auffallen wird. Die aber lachen sich ins Fäustchen und freuen sich ganz besonders, dass den Requisiteuren „ihr“ Erich Kästner als repräsentativer Kinderbuchautor dieser Zeit in den Sinn gekommen ist.

Herzliche Geburtstagsgrüße

Zum 122. Geburtstag gratulieren wir Erich Kästner mit einer Grußkarte unserer damals noch ganz kleinen Tochter.

Sie traute sich zu schreiben, obwohl sie noch gar nicht schreiben konnte, rein nach dem Gehör und intuitiv. Diese unreglementierte Kreativität ist herzerfrischend. Ein Kind, das sich nicht von (Rechtschreib)Regeln einschüchtern lässt, die Erwachsene aufgestellt haben und die es noch nicht beherrscht, ist sicher ganz im Sinne unseres Patrons.

Wer den Text nicht versteht, der möge ihn sich laut vorlesen lassen.