Herti Kirchner – Erich Kästners große Liebe

Im Schleswig-Holstein magazin des Norddeutschen Rundfunks ist ein fünfminütiger Fernsehbeitrag in der Reihe Zeitreise zu sehen. Titel: Herti Kirchner – Erich Kästners große Liebe.

Im Jahrbuch 11 der Erich Kästner Gesellschaft hatte Anna Christin Stahl in ihrer Rezension zu Birgit Ebberts Roman Den Traum im Blick bereits einen kleinen Einblick in ihre Arbeit am Nachlass von Herti Kirchner in Kiel gegeben. Auch wenn sie im Beitrag nicht namentlich erwähnt wird, ist ihre bibliographische und archivarische Arbeit Grundlage für den Beitrag des freien NDR-Autors Karl Dahmen, mit dem Stahl nach eigenen Angaben im Vorfeld der Dreharbeiten intensiven telefonischen Kontakt hatte.

Auf den interessanten Beitrag hat uns Rüdiger Fricke aufmerksam gemacht, der als Kieler Bürger daraufhin bei der zuständigen Kommission für Historische Stadtmarkierungen der Landeshauptstadt Kiel beantragt hat, eine Straße oder einen Platz nach Herti Kirchner zu benennen.

Dieses Vorhaben unterstützt die Erich Kästner Gesellschaft ausdrücklich.

Bereits 2002 erschienen die beiden im Fernsehbericht erwähnten Kinderbücher von Herti Kirchner als Nachdruck im Archiv zum Erich Kästner Jahrbuch, versehen mit einem Vorwort von Stefan Neuhaus und Mareike Weber.

Herti Kirchners Roman Wer will unter die Indianer ist als Digitalisat der Universität Bielefeld abrufbar.

Es lohnt sich also, sich mit dieser früh verstorbenen Schauspielerin näher zu befassen.

EMIL ab September neu im Kino

Neuverfilmung von Emil und die Detektive ab September im Kino

Für Kästner-Kenner:innen ist besonders interessant, dass die Neuverfilmung als „zeitgemäße Adaption“ angekündigt wird, ohne den Kern des Originals zu verändern: Freundschaft, Solidarität und die urbane Dynamik Berlins bleiben zentrale Motive. Die Handlung folgt eng der Buchvorlage – Emil reist zu seiner Großmutter nach Berlin, wird im Zug von Max Grundeis bestohlen und verbündet sich mit einer Kinderbande, um den Täter zu stellen.

Die Neuverfilmung knüpft an die Tradition früherer UFA‑Kästner-Adaptionen an (zuletzt Das fliegende Klassenzimmer, 2024). Inhaltlich bleibt sie nah am Original, verzichtet auf ironische Modernisierungen und betont stattdessen die zeitlose Struktur der Kinderorganisation, die Kästner so präzise gezeichnet hat. Die Berliner Stadtkulisse wird erneut als erzählerisches Element genutzt – ein Aspekt, der für Kenner des Romans besonders relevant ist.

Die neue Kinoadaption von Erich Kästners Klassiker erscheint am 24. September 2026 in Deutschland. Produziert wurde der Film von UFA Fiction, Warner Bros., gedreht wurde u. a. in Berlin, Leipzig und Bernburg. Regie führt David Dietl, das Drehbuch stammt von Antonia Scheurlen.