Kästner auf Bühne und Leinwand

Nach längerer Coronapause ist nun auch wieder das dritte Erich Kästner Programm mit Walter Sittler in verschiedenen deutschen Städten zu sehen. Nach Als ich ein kleiner Junge war und Prost Onkel Erich bringt Walter Sitter mit dem Programm Ein Mann im Schnee eine Weihnachtsgeschichte, die von Krieg und Frieden erzählt, von Liebe und Demut und davon, wie die Menschen miteinander umgehen könnten, wenn sie nur wollten. Ein Solo von Walter Sittler mit Musik, zusammengestellt von Martin Mühleis. Weitere Informationen und Aufführungsorte finden Sie hier: www.waltersittler.de.

Am 14. Mai 2023 wird im Theater Duisburg die Premiere einer Oper in 12 Szenen für Soli, Vokalensemble, Chor und Orchester nach Erich Kästners Das fliegende Klassenzimmer stattfinden. Das Libretto schrieb Friederike Karig, die Musik Lucia Ronchetti. Lucia Ronchetti ist eine italienische Komponistin, die mit modernen musiktheatralischen Formen arbeitet (siehe z.B. wikipedia – Lucia_Ronchetti). Alle Charaktere bleiben immer zusammen mit dem Chor auf der Bühne. Der Chor repräsentiert die anderen Studenten. Die Musiker auf der Bühne sind auch Teil der Studenten, die das Theaterstück einstudieren. (…) Die Komposition ist ein Versuch, die Handlung aus der Perspektive der fünf Jungen zu sehen, die sich ihrer Einsamkeit und dem schwierigen Leben im Internat stellen (…).“ Weitere Informationen finden Sie hier: www.luciaronchetti.com (auf Englisch).

Dies alles verspricht eine ohne weiteres interessante Aufführung. Eine kurze Beschreibung auf Deutsch, die Besetzung und die Möglichkeit Karten für eine Aufführung zu bestellen, finden sie hier: www.operamrhein.de

Am 12 Oktober 2023 kommt die neueste Verfilmung von Das fliegende Klassenzimmer in die Kinos. Die Regie führt Carolina Hellsgård, das Drehbuch schreibt Gerrit Hermans, nach Kästners Roman. Tom Schilling, der in dem Film Fabian, oder er Gang vor die Hunde den Fabian spielte, ist in dieser Verfilmung der Justus. Nun schon mal in Ihrem Terminkalender vormerken! Siehe auch: filmstarts.de.

Erich Kästner Gesellschaft im Ahrtal

Liebe Kästner-Freunde,

am Freitag letzter Woche traf ich mich mit Frau Doris Stutz, der Rektorin der Erich Kästner-Realschule Plus in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Frau Stutz nahm sich viel Zeit, um mir die Situation der Schule nach der Flutkatastrophe im Ahrtal in der Nacht vom 14. zum 15. Juli 2021 aufzuzeigen, mich durch die Schule zu führen und mir von den Nöten der Kinder zu erzählen, die teilweise Unbeschreibliches erlebt haben. Das Wasser hatte sich seinen Weg durch das Erdgeschoss der Schule gebahnt und alles mitgerissen. Inzwischen ist die Ebene entkernt, getrocknet und soll neuer Nutzung zugeführt werden. Ich überreichte Frau Stutz im Namen der Erich Kästner Gesellschaft einen Büchergutschein über 200,00 Euro, der zur Leseförderung der Kinder eingesetzt werden soll.

Ich wünsche Euch eine frohe Adventszeit.

Monika

 

Erich Kästner Jahrbuch. Band 10

Auch dieses zehnte Jahrbuch der Erich Kästner Gesellschaft bietet eine große Bandbreite von Beiträgen, die ganz verschiedene Facetten von Leben und Werk Erich Kästners behandeln.

Im Blick zurück eröffnet sich zunächst Vergessenes, Verblüffendes und Verwirrendes rund um Kästners frühe Verlage, ehe es um die Frage geht, ob sein Romanprotagonist Jakob Fabian mithilfe eines Coachings zu retten gewesen wäre. Ein Zauberkünstler forscht hernach im Gefolge von Kästner in Berliner Zauberläden – und es gibt einen dazu passenden unbekannten Kästner-Text zu entdecken. Im Weiteren wird die Erzählweise von Tolkien und Kästner verglichen und ein Geheimnis aus Kästners Liebesleben gelüftet. Der Blick über die Grenzen widmet sich schließlich der Vielzahl von Übersetzungen, die bis heute weltweit erschienen sind.

Abgerundet wird der Jubiläumsband durch einen umfangreichen Rezensionsteil, in dem die aktuellsten Neuerscheinungen vorgestellt werden.

Neues – Altes von Walter Trier

Antje Warthorst hat eine spannende Flugschrift von Walter Trier aus dem Jahr 1942 herausgegeben. Und aktueller kann die Herausgabe eines 80 Jahre alten Dokumentes kaum sein. Der Krieg Putins in der Ukraine und dessen Begründung als antifaschistische Maßnahme zur Entnazifizierung der Ukraine lassen Walter Triers Zeichnungen beklemmend aktuell werden. Man müsste Trier nur ein paar Gesichter aktualisieren lassen.

Für den Sammler sind die Hintergrundinformationen des einleitenden Vorworts von Max Czollek und des Nachwortes von Antje M. Warthorst, der bekannten Trier-Biographin, von großem Interesse. So zeigt sie uns Abbildungen nicht nur der englischen Ausgabe dieser Flugschrift, sondern weist auch eine niederländische und eine portugiesische Ausgabe nach.

Sensationell und berührend ist zudem der Abdruck einer Postkarte von Walter Trier an Walter Georg Kühne vom 18.7.1945, in der Trier über das Schicksal seiner Familie im Konzentrationslager Theresienstadt berichtet.

Vielen Dank für dieses spannende Bändchen. Gerne mehr davon!

 

PS. Den neuen Fabian-Film gibt es jetzt auf DVD. 

Nachtrag: Eine Rezension von Martin Knepper findet sich in der aktuellen Ausgabe des Magazins Konkret (Ausgabe 3/2022) in der Rubrik Buch des Monats. Und auch SPIEGEL-online empfiehlt das Buch, allerdings hinter der Bezahlschranke. Guter Journalismus hat eben seinen Preis! Und auch auf der mit Facebook verlinkten Seite walter-trier.org gibt es viel Interessantes. 

Was es bedeutet, Kind zu sein

Eigentlich hätte ich schon längst darauf kommen können, dass der Dresdner Geschichtsverein auch für unsere Gesellschaft Interessantes bereithält. Und so bin ich beim Stöbern auf das aktuelle Heft gestoßen: Was es bedeutet, Kind zu sein. Kindheit und Jugend in Dresden. Bei diesem Titel erwarten die Kästner-Leser natürlich etwas über Als ich ein kleiner Junge war. Und wir werden nicht enttäuscht. Sven Hanuschek eröffnet das Heft mit dem Beitrag Zwischen Utopie und Wüste. Erich Kästners Erinnerungen „Als ich ein kleiner Junge war“.

Weitere Beiträge beschäftigen sich mit dem reformpädagogischen Ansatz der Dürerschule am Georgplatz oder den Auswirkungen der Coronapandemie auf Kinder.

Mehr zum Inhalt hier.

Insgesamt ist dies ein sehr interessantes Heft, doch den Kästner-Puristen stört natürlich das fehlerhafte Eingangszitat: Nur wer erwachsen wird und [ein] Kind bleibt, ist ein Mensch!

Es ist unglaublich, wo das tausendfach verwendete Zitat aus der Ansprache zum Schulbeginn überall falsch wiedergegeben wird. Hier zwei Highlights:

Universität Heidelberg

Titel einer wissenschaftlichen Arbeit